Erhalten oder kann das weg? - Bestandsentwicklung in der Innenstadt

In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen wie dem globalen Klimawandel, der Rohstoffknappheit, den prekären Wohnungsfragen (zu teuer, zu knapp) und dem Wandel der Innenstädte steht die Erhaltung bestehender Gebäude im Mittelpunkt. Abriss oder (Um-)bau? Diese Frage wird zunehmend gestellt und birgt eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen und Herangehensweisen. Welche sozial-ökologischen und ökonomischen Konsequenzen könnten durch einen Abriss oder Umbau entstehen? Welche Techniken und Methoden stehen für Umbauprojekte zur Verfügung? Wie können Kommunen von Umbaumaßnahmen profitieren? Welche Möglichkeiten und (kurz-, mittel- und langfristigen) Instrumente haben kommunale Verwaltungen und lokalpolitische Akteure, um allein oder gemeinsam mit Eigentümer*innen die Weichen für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu stellen? Welche Bedeutung haben Baustandards bei der Umsetzung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeitsziele, und welchen Einfluss hat die Entwicklung des Bestands auf Wertsteigerung und -erhaltung? Wie motivieren wir die Akteure in den Innenstädten zu einer verstärkten Ausrichtung auf die Entwicklung des Bestands in bereits weitgehend bebauten Stadtgebieten?

Um diesen Fragen nachzugehen, wollen wir in der Veranstaltung verschiedene Perspektiven zur Bestandsentwicklung beleuchten und die unterschiedlichen Herangehensweisen in den Fokus der Diskussion rücken. Daher betrachten wir das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, darunter die Kommunalverwaltung/-politik, Architektur und Ökonomie.

Wir laden Sie herzlich ein, Ihr Wissen in diesem Bereich zu vertiefen und Ihr eigenes Know-how einzubringen.

Teil 1: Einführungsvorträge und Projektbeispiele

  • Daniel Fuhrhop, Wohnwende-Ökonom, Publizist und Mitglied bei Scientists for Future, Fachgruppe Bauen, Wohnen und Habitat
  • N.N., Bundesstiftung Bauakademie (Angefragt)

Aus der Praxis:

  • Umbau Persiluhrpassage, Lünen, Nordrhein-Westfalen (angefragt)
  • Reithalle Achern, Achern, Baden-Württemberg (angefragt)
  • Revitalisierung der ehemaligen historischen Fronfeste zum Hochschulstandort, Tirschenreuth, Bayern (angefragt)

Teil 2: Vertiefung in Kleingruppen

In Gruppen sollen Strategien und Wege gefunden werden, um den vorhandenen innerstädtischen Bestand zu schützen und weiterzuentwickeln. Dabei sollen auch realistische Ansätze aufgrund wirtschaftlicher Grenzen und möglicher infrastruktureller Gefahren berücksichtigt werden.

Je nach Teilnehmer:innenzahl richten wir 2-3 Kleingruppen in Break-Out-Rooms ein und arbeiten je Gruppe 1-2 Use-Cases durch. Die Referenten stehen hierfür z.T. ebenfalls noch zur Verfügung.

Weitere externe Expert*innen für diese Veranstaltung ergänzen wir an dieser Stelle.

mögliche Vertiefungsfragen:

  • Was sind die Vorteile von Bestandsentwicklung gegenüber Neubauen? Welche Rolle spielt hierbei die ökonomische Perspektive?
  • Was sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung von Bestandsentwicklung und wie können diese überwunden werden?
  • Was muss sich in unserem Handeln und damit in unserem Denken grundlegend ändern, um eine nachhaltige Trendwende im Bauwesen zu fördern?
  • Inwiefern rentiert sich die Bestandsentwicklung gegenüber. Neubauen? Für wen rentiert sich das? Was muss hierbei mitbedacht werden?
  • Brauchen wir eine Suffizienz-Politik? Wie kann ein gutes Leben für alle und Suffizienz in der Baubranche zusammengedacht werden?
  • Mit welchen politischen und ökonomischen Instrumenten können Eigentümer*innen zum Handeln motiviert werden?
  • Welche Herausforderungen gibt es bei der Bestandsentwicklung für private Eigentümer? 
  • Was motiviert Eigentümer, Bestandsentwicklung mit zu tragen oder weiter voranzutreiben? Welche Rahmenbedingungen sind notwendig?  
  • Wie kann man das Management und die Umnutzung des Bestandes mit integrierten Planungs- und Gestaltungsprozessen in Einklang bringen?
  • Welche Instrumente stehen Kommunen zur Verfügung, um Einfluss zu nehmen und zu steuern? 
  • Wie können soziale, wirtschaftliche und ökologische Belange gleichzeitig in dem gesamten Planungsprozess berücksichtigt werden?
  • Welche Chancen und Potenziale liegen in der Nutzung und Umnutzung des Bestands im Hinblick auf die demographischen Entwicklungen? 
  • Wie kann es gelingen, dass die Entwicklung des Bestands für die Zukunft unserer Städte eine wichtigere Rolle einnimmt und dabei die vorhandenen Potenziale zu nutzen? 
  • Wie kann ein Umdenken auch in den Köpfen der beteiligten Akteure hin zum Bestandsumbau und weg vom Neubau gefördert werden? Wie können wir also unsere Sicht auf den vorhandenen Baubestand verändern? Was brauchen wir dafür?

Teilnahmegebühr:

Mitglieder: Kostenfrei (Willkommensrabatt 5 % auf alle Mitgliedschaften bis 30. April 2024)

Nicht-Mitglieder: 370 € bei Einzelbuchung