Rückblick Auftaktveranstaltung

Wer macht Innenstadt? Die Rollen von Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Werbegemeinschaften im Wandel

Mittwoch, 24. Januar 2024 von 9:00 bis 12:00, digital per Zoom

Die INNENSTADT-AKADEMIE IMORDE ist gestartet! Im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Wer macht Innenstadt? Die Rollen von Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Werbegemeinschaften im Wandel“ konnten ca. 100 Teilnehmende Impulse rund um die Belebung, Vermarktung und Weiterentwicklung von Innenstädten durch neue, innovative Formen der Zusammenarbeit zwischen Akteuren gewinnen.

Folgend fassen wir die vier Vorträge noch einmal für Sie zusammen.

 

Vortrag 1: MOIN VECHTA

Kommune: Stadt Vechta, Niedersachsen, 31.000 Einwohner

Im ersten Vortrag stellte Maleen Kordes, Geschäftsführerin der MOIN VECHTA GmbH, die Strukturen und Aktivitäten von MOIN VECHTA vor. MOIN VECHTA ist zweigeteilt in einen Verein, in dem insgesamt 154 Akteure aus vielen Bereichen und Branchen Mitglied sind. Im Vorstand ist auch die Stadt in Person des Bürgermeisters vertreten. Das Alltagsgeschäfts wird von einer GmBh mit Geschäftsstelle übernommen, die 3 Vollzeitkräfte und eine 1 Teilzeitkraft beschäftigt. Anstoß zur Gründung gab die Auflösung der Handels- und Gewerbevereins in Vechta, der eine Lücke hinterließ.

Zu den zahlreichen Aktionen, die MOIN VECHTA organisiert, gehören eine Laufveranstaltung durch das Stadtgebiet, das Aufstellen von Bänken zur Aufwertung der Innenstadt sowie von Gärten und Hochbeeten, die ebenfalls in der Innenstadt präsent sind. Bei allen Aktionen werden Sponsoren sowie lokale Akteure in Planung und Organisation eingebunden.

Insgesamt betreibt MOIN VECHTA somit mehr als nur Marketing, sondern zielt auf die Lebensqualität und Identifikation mit der Stadt ab und versucht, sie für Besucher*innen attraktiver zu machen.

 

Vortrag 2: Neuausrichtung des Gewerbevereins Senden

Kommune: Stadt Senden, Nordrhein-Westfalen, 21.000 Einwohner

Frau Sonja Seidler von der Stabstelle Wirtschaftsförderung, Einzelhandel, Stadtmarketing und Tourismus der Stadt Senden berichtete über den Neuaufbau-Prozess der zwei lokalen Gewerbevereine. Dieser befindet sich in Auflösung, da keine Nachfolger für den Vorstand gefunden werden können und das Ehrenamt für die Aufgaben nicht ausreicht. Deshalb sollen die Vereine in einem Beteiligungsprozess zu einer professionellen Gesamtstruktur zusammengelegt werden. 

Dafür wurden zunächst die Gewerbetreibenen zu ihren Interessen und  Perspektiven befragt und zu Workshops eingeladen, um die neue Struktur gemeinsam auszuarbeiten. Diese wurde in Form eines aufwendigen Organigramms auf einem digitalen Whiteboard festgehalten, inkl. der internen Aufgabenverteilung, Themenfelder, formaler Struktur und der Kommunikation nach innen und außen.

Sobald diese Struktur finalisiert und vom Rat beschlossen worden ist, soll für diesen „Gewerbeverein 2.0“ nun Werbung gemacht werden, um auch neue Mitglieder zu gewinnen. Voraussichtlich wird für den neuen Verein eine Teilzeit-Geschäftsführung eingestellt werden.

 

Vortrag 3: Der Bad Krozinger „SamstagSommer“

Kommune: Bad Krozingen, Baden-Württemberg, 16.500 Einwohner

Herr Rustam Mantyeyev, Fachbereichsleiter Mediathek & Veranstaltungsmanagement der Stadt Bad Krozingen, stellt das mit dem Stadtmarketingpreis Baden Württemberg prämierte Projekt „SamstagSommer“ vor. Dabei werden den Sommer lang jeden Samstag verschiedene öffentliche Plätze der Stadt von Kleinkünstler*innen bespielt, unter anderem mit Theaterstücken, Musik oder Zirkus- und Zaubereikunst. Das Programm richtet sich an alle Altersgruppen von jung bis alt und ist barrierefrei zugänglich. Initiiert wurde die Aktion gemeinsam von Gewerbeverband, Stadtverwaltung, Kur- und Bädergesellschaft, um nach der Corona-Zeit ein „Grundrauschen“ für die Innenstadt zu erzeugen, Begegnugsräume zu fördern und Einzelhandel und Gastronomie zu stärken. 

Die beteiligten Akteure arbeiteten dabei gemeinschaftlich und informell zusammen – mit Erfolg. Der SamstagSommer lockte mehrere tausend Besucher in die Innenstadt, wurde in den Medien positiv aufgenommen, und kostete dabei nur 25.000 Euro, insbesondere an Gagen. Die Aktion soll deshalb fortgeführt werden.

 

Vortrag 4: Die Arbeit der IHK in der Innenstadtentwicklung

Institution: IHK Chemnitz, Regionalkammer Mittelsachsen, 300.000 Einwohner im Landkreis in kleinen bis mittleren Kommunen

Frau Luise Jenkner präsentierte die Arbeit des „AK Innenstadt“, der seit 10 Jahren einen Wissenstransfer und Beratungsangebote rund um die Innenstadtentwicklung in den vielen kleinen und mittelgroßen Kommunen des Landkreises organisiert. Mitglieder sind Händler, Gewerbetreibende, Citymanager und andere im Kontext Innenstadt aktive Akteure, die sich mehrmals im Jahr in unterschiedlichen Städten treffen.

Dabei geht es um viele Themen, von IT- Sicherheit über Social-Media-Marketing bis hin zu Förderprogrammen. Auch Exkursionen außerhalb des Landkreises werden organisiert. Zusammen mit der übergeordneten IHK Chemnitz formuliert der Arbeitskreis zudem Forderungen an Politik und Verwaltung, um die Innenstädte zu stärken.